Auf das italienische Land zu ziehen klingt wie ein Traum, oder?
Sanfte Hügel, Olivenhaine, Sonnenuntergänge über Weinbergen, all das vereint jede romantische Vorstellung von Italien in einer einzigen Landschaft.
Und versteh mich nicht falsch: Es ist wunderschön.
Aber das Landleben in Italien kann manchmal etwas komplizierter sein, als Instagram es vermuten lässt.
Im Folgenden möchte ich mit dir einige Eigenheiten, Überraschungen und auch unerwartete Vorteile des Lebens auf dem Land teilen, vor allem die Dinge, die oft nicht wirklich bedacht werden.

Sprechen wir über das Internt
Ja, du hast mehr Platz, frische Luft und weniger Nachbarn. Aber was du wahrscheinlich nicht hast?
Zuverlässiges Internet.
Wenn du remote arbeitest, lernst du sehr schnell den Frust von eingefrorenen Zoom-Calls, E-Mails, die einfach nicht gesendet werden, und Speedtests, die dich an deiner Entscheidung zweifeln lassen.
Glasfaser gibt es zwar in manchen Gegenden, aber in vielen kleinen Orten ist die Internetversorgung immer noch ein Flickenteppich.
Aber, glücklicherweiße steckt Italien nicht in den 1920ern fest, wie manche Klischees vermuten lassen. Es gibt Alternativen wie zum Beispiel Internet über Funk (für diese Lösung haben wir uns entschieden). In vielen Regionen funktioniert das überraschend gut.

Strom und Wasser: Keine Selbstverständlichkeit
Eine weitere „charmante“ Überraschung: Stromausfälle und Wassermangel.
Und nein, das ist kein Scherz.
Der Vorteil ist, dass die Gemeinden meist ein paar Tage vorher informieren, oft mit einem Aushang im Dorf, auf dem Datum und ungefährer Zeitraum der Unterbrechung angekündigt werden.
Zwei Mal im Jahr (wenn du Glück hast) kann es passieren, dass du den ganzen Tag keinen Strom hast. Manchmal wegen Reparaturen, manchmal wegen Unwettern, aber manchmal auch ohne erkennbare Erklärung.
Ähnlich beim Wasser: Du drehst morgens um 9 Uhr den Wasserhahn auf … und nichts passiert. Und das kann dann sechs bis acht Stunden so bleiben.
Versuch das mal deinem Arbeitgeber zu erklären: „Sorry, ich kann heute nicht arbeiten – wir haben keinen Strom.“
Klingt unglaublich, ist hier aber völlig normal.
Entfernungen und Transport
Du brauchst einen größeren Supermarkt, ein Krankenhaus oder einfach nur eine Post?
Sehr wahrscheinlich musst du dafür fahren.
Und verlass dich nicht zu sehr auf öffentliche Verkehrsmittel. Manche Dörfer haben zwar eine Bushaltestelle, aber die Fahrpläne sind… sagen wir mal, kreativ.
Daher ist ein Auto kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit, es sei denn, du möchtest deine Geduld täglich testen.

Lohnt es sich also?
Ja und nein. Am Ende ist es eine sehr persönliche Entscheidung. Das Leben auf dem italienischen Land ist gleichzeitig magisch und herausfordernd.
- Du tauschst schnelles Internet gegen atemberaubende Sonnenuntergänge.
- Du akzeptierst Stromausfälle, wachst aber mit Stille und Vogelgezwitscher auf.
- Du fährst mehr Auto, entdeckst dafür aber versteckte Dörfer und beeindruckende Berglandschaften.
Für mich überwiegen die positiven Seiten, aber nur, wenn man mit offenen Augen und realistischen Erwartungen ankommt.
Mein Rat
- Prüfe die Internetsituation bevor du mietest oder kaufst. Verlass dich nicht auf Annahmen.
- Habe immer einen Plan B für Ausfälle: Powerbank, mobiler Hotspot oder ein Coworking-Space in der nächstgrößeren Stadt.
- Akzeptiere, dass Autofahren zum Alltag gehört und plane das finanziell ein.
- Und ganz wichtig: Lerne, darüber zu lachen. Manchmal ist das wirklich alles, was hilft.
Abschließende Gedanken
Wenn du bereit bist, beide Seiten anzunehmen, kann das Leben auf dem italienischen Land eine der erfüllendsten Veränderungen deines Lebens sein.
Und wenn du planst, nach Abruzzen zu ziehen und Unterstützung bei den praktischen Dingen brauchst (ja, auch bei der Frage, was man macht, wenn plötzlich das Licht ausgeht 😉), genau dabei können wir dir helfen.
Um Kontakt aufzunehmen, füll einfach das Formular hier aus und lass uns deinen Umzug gemeinsam ein Stück einfacher machen.



